Self-Care für Lehrende

Für viele Lehrende bedeutet die Schulschließung mehr als nur eine technische Umstellung. Neben den Fragen nach technischen Umsetzbarkeiten rücken Fragen nach den Geschichten und individuellen Umgebungen und Umgangsweisen mit dieser Krise in den Hintergrund.

Der vorgangegangene Beitrag „Schulschließungen: Wie gehen Schulen mit Ungleichheit um?“ gibt einen Überblick zu unterschiedlichen Herausforderungen, denen sich Eltern, Schulen und auch Lehrer*innen gegenüber gestellt sehen und gibt Tipps zum Umgang mit dem neuen Lern-Alltag.

Für die Lehrer*innen ist dieser neue Alltag auf vielen Ebenen eine große Herausforderung. Es ist nicht nur die technische Umsetzbarkeit von Online-Unterricht oder eventuell fehlendes Know-How, welches den derzeitigen Lehrerberuf belastet. Die Neugestaltung des eigenen Alltags, die Sorge um die Schüler*innen und deren Zukunft und auch die bisherige eigene Definition und Reflexion des Berufes sind Aspekte, die Lehrkräfte zur Zeit umtreiben.

Auch bei der wissenschaftlichen Betrachtung der nun schnell stattfindenden Digitalisierung von Bildungsbereichen, sollte, so Dr. George Veletsianos auf seinem Blog, nicht nur nach Vor- und Nachteilen der Online-Lehre, sondern und vor allem nach den Geschichten der Menschen dahinter gefragt werden:

Wie haben wir uns gegenseitig unterstützt, gepflegt und geliebt, um das zu tun, was wir für die Bildung in einer Zeit der dringenden Notwendigkeit tun konnten?

https://www.veletsianos.com/author/admin/; übersetzt von der Autorin

Honorar-Lehrkräfte sorgen sich darüber hinaus auch über ihren Lebensunterhalt. Vor allem Kurse in Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, die in den vergangenen Jahren wichtiger Bestandteil von Integration geworden sind, werden von Honorar-Lehrkräften durchgeführt. Da deren Bezahlung in der Krisenzeit unklar ist, hat der Berufsverband für Inegrations- und Berufssprachkurse e.V. hat zu einer Online-Petition aufgerufen, die sich mit der Bitte um einen Rettungsschirm für Honorar-Lehrkräfte an die Regierung wendet.

Da sich für Lehrkräfte der Alltag sowohl in der Unterrichtsvorbereitung, als auch der Durchführung immens ändert, ist eine Struktur des neuen Alltags wichtig. Was bei der Gestaltung eines Alltags ohne soziale Kontakte helfen kann, zeigt lehrer-online.de und gibt darüber hinaus auch psychologische Tipps.

Ein wichtiger Bestandteil des Lehrerberufs ist die Interaktion mit den Schüler*innen. Die Schulschließungen sind daher für einige Lehrkräfte eine durchaus emotionale Herausforderung, wie das Bild oben und der dazugehörige Twitter Thread von Dr. Tricia Van Laar (
@tvanlaarmicro)
zeigt.

Ein recht emotionaler Beitrag stammt von der Twitter-Userin „halbblutleherin (@melsgedanken)“: In einem langen Thread erklärt sie, worüber sie sich sorgt und warum die Interaktion mit Schüler*innen fehlt.

Die Schule als Lernumgebung dringt nun deutlich sichtbar in das persönliche Umfeld und umgekehrt. Es ist für alle Beteiligten eine neue Herausforderung und nun gilt es einen Versuch, sich in Besonnenheit zu üben zu starten.

Wie wichtig Self-Care gerade in Zeiten der Corona Krise ist und was Interkulturelles Arbeiten damit zu tun hat, beschreibt ein sehr presönlicher Artikel von Ph.D. Tara Harvey aus Minnesota. Sie gibt Fragen an die Hand, die sich jeder in stressigen oder Krisenzeiten hin un wieder stellen sollte:

Wenn es alles etwas zu viel wird, kann es auch helfen, die Perspektive zu wechseln, zu lachen und sich an lustige Anekdoten oder Ereignisse zu erinnern. Mit dem Ziel Lustiges, Faszinierendes, Frustrierendes am Lehrer*innenberuf aufzuzeigen, sammelt teachergoals.org Anekdoten, Bilder, Geschichten und verbreitet sie auf unterschiedlichsten Plattformen (@teachergoals – auch auf Instagram und Facebook).

Neben bildungstheoretischen Ansätzen und Strategien geht es um Inspiration und Motivation und eine postivite Einstellung, auch in schwierigen Zeiten:

„…it is way better to laugh than to cry when things get tough!“

teachergoals.org