DATAFIED in The Basement

Ein Beitrag von Felicitas Macgilchrist.

Wie gehen Menschen in der schulischen Bildung mit Daten um, und welche Ansätze gibt es, den alltäglichen Umgang zu fördern? Einige Impulse generiert das Verbundprojekt DATAFIED (DATA For and In EDucation). Seit 2018 untersuchen wir die Auswirkungen der Digitalisierung und der damit einhergehenden Datafizierung im schulischen Bildungssystem. Datafizierung meint hier, dass über alle Prozesse des Schulsystems immer mehr Daten gesammelt werden, die Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozesse verschiedener schulischer Akteure (etwa Bildungspolitik, Schulaufsicht, Schulträger, Lehrkräfte oder Eltern) prägen.

Unser Ausgangspunkt ist, angelehnt an die critical data studies, dass die Erhebung und Nutzung von Daten keineswegs neutral ist. Im Verbund fragen wir: Welche Daten werden aus welchen Gründen erhoben, welche werden nicht abgefragt? Was geschieht mit diesen Daten? Welche Rückschlüsse lassen sich daraus in Bezug auf die Idealvorstellung von „guter“ Bildung und der „richtigen“ Implementierung digitaler Hilfsmittel ziehen?

DATAFIED Projekt Logo

Forschung zur Entwicklung von Lernsoftware

Das Teilprojekt des Georg-Eckert-Instituts analysiert die Schnittstelle zwischen digitaler Lernsoftware und Unterrichtspraxis. Wir führen Interviews mit Entwicklungsteams und Gruppengespräche mit Schüler*innen sowie „Walkthroughs“ durch adaptive Softwaresysteme — die auch für die Forschung in The Basement zur Verfügung gestellt werden — durch. Mithilfe dieser Methoden untersuchen wir, wie Lernsoftware bestimmte Datenpraktiken, Bildungsprioritäten sowie die Rolle von Lehrkräften und Schüler*innen konfiguriert.

Austausch in The Basement: Elternabende und Critical Data Literacy

Die Erkenntnisse aus dem laufenden Forschungsprojekt fließen in verschiedene Angebote des Basements ein. Zum einen beteiligt sich das DATAFIED Team an „Basement Elternabenden“. Hier probieren Eltern gängige Lernsoftware aus, um ein besseres Verständnis für die digitalen Praktiken im Unterricht ihrer Kinder zu gewinnen. Wir hoffen, mit den ersten Ergebnissen aus DATAFIED die Fragen der Eltern beantworten zu können, und hoffen auch, durch ihre Fragen und Anregungen neue Perspektiven auf Daten kennen zu lernen.

Aktuell erstellen wir eine Übersicht über Ansätze zu Critical Data Literacy, d.h. Angebote, die unsere Fähigkeit fördert, reflexiv mit digitalen Daten in Schule und Alltag umzugehen. Einige dieser Ansätze bieten wir ab Mitte 2021 in The Basement als Workshops für Schüler*innen und Fortbildungen für Lehrkräfte an. Wir planen sie auch in der Lehrerbildung (Universität Göttingen) einzubinden. (Update zu Critical Data Literacy folgt, sobald wir unser Video fertig haben!)

Interaktive Karte

In einem ersten Schritt des Projekts wurde eine interaktive Karte mit den Standorten der Hersteller*innen von ausgewählter Lernsoftware erstellt. Die Softwaresysteme wurden jeweils einem Level zugeordnet. Die Lernsoftware kann je nach Zielgruppe und Anwendungsbereich differenziert werden.

Ein Screenshot der interaktiven Karte. Es zeigt Europa mit einigen Punkten für die Softwarehersteller. Und es zeigt 7 Level, die auf der Karte gezeigt werden.

Weitere Informationen

Das Team am GEI besteht aus Annekatrin Bock, Jasmin Troeger, Julie Lüpkes und Felicitas Macgilchrist. Im DATAFIED Verbundvorhaben forscht das GEI zusammen mit dem DIPF (Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation), der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg (HSU) und dem Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib). DATAFIED ist Teil des Rahmenprogramms „empirische Bildungsforschung“ und wird gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Weitere Informationen dazu auf der Homepage: Rahmenprogramm empirische Bildungsforschung.

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