Das Projekt „Motivation zur Partizipation in digitalen Lernszenarien“ (MPL) möchte einerseits Raum schaffen, für die Erprobung von alternativen, partizipativ gestalteten Lernszenarien mit digitalen Medien, die Schüler*innen und Lehrende in ihrer Bedarfssituation abholen. Andererseits untersuchen wir, in welcher Relation Partizipation und Motivation zueinander stehen.

Durchgeführt vom

Gefördert von der

20.7.2021: Miro nutzen

Als wir vor gut 3 Monaten in die konkrete Planung mit den Schulen gingen, befanden sich diese noch in Szenario C, an ein gemeinsames Arbeiten in Präsenz war kaum zu denken. Dieses machte digitale Tools notwendig, mittels derer wir gemeinsam mit den Projektschulen an deren jeweiligen Ideen partizipativ und kollaborativ arbeiten würden. Neben der den Schulen vertrauten Videokonferenzsoftware BigBlueButton griffen wir auf Miro zurück.

Dieses digitale Whiteboard ist intuitiv und ermöglicht in kurzer Zeit, gemeinsam zu Visualisierungen zu kommen, Gedanken zu sammeln und zu strukturieren. Schon bei unserem OpenSpace hatten wir mit diesem Tool gute Erfahrungen gemacht. Unser studentisches Teammitglied Julie Lüpkes entwarf für die Schulen also einen Prototypen, der einerseits Angebote zum Projektmanagement enthielt, andererseits auch die für unsere Forschungen bedeutsame Reflexion anregen sollte. Wie man auf den Foto sieht, wurde Miro in den Schulen gut angenommen! (NWB)

Foto: NWB

14.6.2021: multimedial und mehrörtig

Die Medienscout-AG unserer Projektschule 2 will mittels der App „Actionbound“ eine digitale Schnitzeljagd durch die Schule erarbeiten, welche neuen Schüler*innen zukünftig ihre Schule näher bringen soll. In drei aufeinander folgenden Sitzungen erlernen die Schüler*innen dafür nun das notwendige Handwerkszeug. Um den jeweils geltenden pandemischen Regularien zu entsprechen, zugleich aber gemeinsam und mit Zugriff auf die notwendige Infrastruktur zu arbeiten, ersannen wir dafür ein wahrlich multimediales wie mehrörtiges Vorgehen: Die AG nutzt ihren wunderbar ausgestatteten PC-Raum der Schule sowie die I-Pads, die in dieser Schule den Schüler*innen zur Verfügung stehen. Janina Becker von „The Basement“ gibt über den Screen des interaktiven Smartboards Inputs, um die Erstellung des sogenannten Bounds zu ermöglichen. Die Forscherin des MPL-Projektes und eine Studierende des Begleitseminars der HBK sind wiederum vor Ort und beobachten und notieren – teils ganz analog mit Stift und Papier. (NWB)

11.6.2021: Das „Padlet“ nimmt Gestalt an

Unter dem Thema „Gewalt – Gewalt ist uncool“ erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler unserer Kooperationsschule für ihre digitale Stationsarbeit selbstständig eigene Padlet-Spalten zu jeweils unterschiedlichen Gewaltformen. Dabei füllten sie diese nicht nur mit blanken Informationen, sondern erarbeiteten zudem Aufgabenstellungen für ihre Mitschüler*innen. Überrascht hat mich dabei die Vielfältigkeit an Aufgabenstellungen, die die einzelnen Gruppen hervorgebracht haben. Einige Gruppen probierten sich mit einem Kreuzworträtsel-Tool aus, andere erstellten mit einem Online-Tool Quizformate.

Ganz besonders gefreut hat mich zu beobachten, dass die Schülerinnen und Schüler die in der Stunde zuvor vorgestellten technischen Möglichkeiten des Padlet-Tools in ihre eigene Arbeit integrierten. Vor allem an der Nutzung von Funktionen, welche nicht zwingend einen für die Lehrperson gleich erkennbaren didaktischen Mehrwert haben (wie eine GIF-Funktion), wurde deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler neben dem geforderten Ernst auch Spaß an der Arbeit mit dem Tool hatten. (LS)

4.6.2021: Ein Padlet entsteht – Input für digitale Stationsarbeit​

Anfang Juni war es soweit. Ich durfte eine Schulklasse bei der Erstellung einer digitalen Stationsarbeit auf der Plattform „Padlet“ begleiten. Zunächst gab es eine kleine, von mir im Kontext des „Kids Doing Tech“ Seminars der HBK vorbereitete Einführung in das Tool, um den Schülerinnen und Schülern die technischen Optionen kompakt präsentieren zu können. Im Anschluss durften die Schülerinnen und Schüler in einem vorbereiteten Padlet die Spalten, die mit verschiedenen Themen überschrieben waren, assoziativ ausfüllen und dabei die Möglichkeiten von Padlet ausloten. Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich kreativ und füllten das Padlet mit eigenen Beiträgen und Ideen in unterschiedlichsten Formen – von der simplen Textform bis hin zur eigenen Zeichnung und Videos mit ihnen bekannten Stars. (LS)

4.6.2021: Sneak Preview Feldnotizen

Unsere Kooperationsschule 3 erstellte im Rahmen einer Lehreinheit ein Padlet zum Thema Gewalt. Wir waren bei drei Sitzungen anwesend, in denen die Schüler*innen diese digitale Pinnwand befüllten. Es war erstaunlich und erfreulich, wie offen wir als Team empfangen wurden. Und so blieben wir auch nicht hinten sitzen, sondern kamen mit den Schüler*innen während der Recherche zu ihrer Padletspalte ins Gespräch. Der Blick über die Schulter ermöglichte uns wertvolle Einblicke, die noch vor Ort als Feldnotizen festgehalten wurden. Zurück am Schreibtisch entstehen daraus nun „reiche Beschreibungen“ (Thomas 2019, S. 101) wie diese: „Ich bin wieder nach hinten gegangen und stehe nun vor der Fensterfront. Direkt vor mir stehen zwei weiße Gruppentische. Ziemlich eng hier! Rechter Hand sitzt die Schülerin, die ihre langen Haare zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden hat. Sie arbeitet nun allein, hat ihr Tablet auf dem ansonsten leeren Tisch vor sich aufgestellt und tippt auf dem Display herum. Ich wende meinen Blick von ihr ab und schaue mich im Raum um. Plötzlich klingelt ein Wecker. Ring ring ring – laut hallt es durch den Klassenraum, der ohnehin mit geschäftigem Gemurmel und dem Ton diverser Youtubevideos, die bei der Recherche angespielt werden, gefüllt ist. Ich erschrecke gehörig und wende mich wieder um. Auch die anderen Schüler*innen am Tisch linker Hand schauen auf, ein Junge ruft offensichtlich irritiert, was das denn sei? Auf dem Display der Schülerin ist ein weißer Wecker zu sehen. Sie blickt auf und schaut uns erstaunt an: “Das ist nur der Film.“ (FN_Schule3). (NWB)

Foto: NWB

04.06.2021: Endlich wieder Schule!

Der Wechsel unserer Kooperationsschule in das „Szenario A“ erlaubt uns endlich ein gegenseitiges Kennenlernen mit der „game-based-learning AG“. Bisher konnten wir den Unterricht digital in der Videokonferenz verfolgen, seit heute sitzen wir nun mit den Schüler*innen und der Lehrkraft gemeinsam im Computerraum und beobachten, wie ein Computerspiel entsteht. Dafür ist viel zu tun. Was am Ende so leicht auf dem Rechner anmutet, muss mit viel Aufwand und Liebe zum Detail Stück für Stück zum Leben erweckt werden. Die Stimmung in der AG ist entspannt und locker. Ein spannender Vortrag eines Schülers verdeutlicht uns bereits jetzt zu Beginn der Beobachtungen vor Ort, wie engagiert und motiviert hier die Schüler*innen bei der Sache sind. Wir haben Lust auf mehr bekommen und freuen uns darauf, das Projekt sowohl online als auch live in Zukunft begleiten zu dürfen! (MM, JL)

12.05.2021: Virtueller Schnupperkurs im Basement

Gern sind wir in dieser Woche der Einladung des Basement zu einem Schnupperkurs im digitalen Labor gefolgt. Gemeinsam mit Studierenden der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und dem MPL-Projektteam haben die Medienscouts und die AG-Leitung unserer Projektschule über zukünftige Projekte innerhalb des Basements nachgedacht. Besonders Themen wie Augmented Reality und Virtual Reality weckten das Interesse der Gäste, da einige von ihnen bereits positive Erfahrungen mit Programmiersoftware gemacht haben. Mit Hilfe von verschiedenen Technologien und Softwareangeboten sollen die Medienscouts der Projektschule ausgebildet werden, um ihren Lehrkräften und Mitschüler*innen im Umgang mit der Technik helfen zu können. Wir freuen uns darauf die Medienscouts auf diesem Weg im Rahmen des MPL-Projektes zu begleiten. (JE)

27.04.2021: Ins Gespräch gekommen

Wir freuen uns, dass der Open Space zum Thema „Gemeinsam in die Zukunft“ wichtige Impulse für spannende Einblicke in die Arbeit mit digitalen Bildungsmedien geben konnte. Verschiedene Bildungsakteur*innen der Region – aus Schule, Bildungsmedienproduktion, gemeinnützigen Initiativen und der Bildungspolitik – nutzten die Gelegenheit, in einen offenen Austausch zu treten, wertvolle Kontakte zu knüpfen und spannende Ideen für den Medieneinsatz im (schulischen) Alltag mitzunehmen.

Die Veranstaltung war gleichzeitig der Startschuss für unser MPL-Projekt, welches nun in die nächste Runde geht: gemeinsam mit Studierenden der HBK Braunschweig beginn wir unsere Arbeit mit den beteiligten Pilotschulen, um erste partizipative Konzepte und Projekte umzusetzen. Wir freuen uns auf die gemeinsame Arbeit! (AB, JL)

Autorinnen: Annekatrin Bock (AB), Judith Eilers (JE, Gastautorin), Julie Lüpkes (JL), Laura Schneider (LS, Gastautorin), Melina Mensing (MM, Gastautorin), Nadine Wagener-Böck (NWB)